Luftdruckwaffen

Bei Luftdruckwaffen handelt es sich um Schusswaffen, die unter Anwendung von Luftdruck funktionieren. Der Schuss aus den Waffen wird durch Gasdruck, Federdruck oder vorkomprimierter Luft abgegeben. Luftpistolen und Luftgewehre wurden früher häufig als Jagdwaffen eingesetzt. In der heutigen Zeit dienen sie eher als Sportgeräte zum Freizeitschießen. Auch bei den Olympischen Spielen kommen sie zum Einsatz.

Wie funktionieren Luftdruckwaffen ?

Bei Luftdruckwaffen, die mit komprimierter Luft funktionieren, wird die gespeicherte Druckluft durch ein Ventil gepresst. Auf diese Weise wird das Geschoss angetrieben. Fabrikate, die über einen Gasantrieb verfügen, arbeiten häufig mit Kohlendioxid, das aus einer Kartusche kommt. Dabei gibt es unterschiedliche Varianten um das vorkomprimierte Kohlendioxid freizusetzen. Neben dem Speed-Loading, kommt das Schraubsystem, sowie das Fast-Action- und das Powerspannsystem zum Einsatz. Der Vorteil bei den mit Kohlendioxid betriebenen Luftdruckwaffen liegt darin, dass nicht nach jedem Schuss repetiert werden muss. Bei der Version mit dem Federdruck kommt ein federbelasteter Kolben zum Einsatz. Mit seiner Hilfe wird in einem Zylinder ein Luftkissen hergestellt, welches das Geschoss antreibt. In Deutschland zählen Lufdruckwaffen mit einer Mündungsenergie bis 7,5 Joule zu den freien Waffen. Diese können ab dem 18. Lebensjahr (Volljährigkeit), ohne Vorlage eines polizeilichen Führungszeugnisses und eines Waffenscheins erworben werden.

Der Einsatz von Luftdruckwaffen

Diese Waffenart gibt es bereits seit dem 17. Jahrhundert. Bei den Tiroler Freiheitskämpfen wurden die „Windbüchsen“ gegen die bayrischen und französischen Besatzer eingesetzt. Luftgewehre waren wegen ihres geringen Knalls auch bei den Wilderern beliebt. Heutzutage kommen die Luftdruckwaffen als hochspezialisierte Sportgeräte zum Einsatz. Sie werden sowohl bei den olympischen Wettbewerben als auch beim Freizeitschießen verwendet. In diversen Schießsportvereinen wird Luftdruckschießen unterrichtet. Die Fabrikate sind außerdem auf Jahrmärkten in den Schießbuden anzutreffen. Mit Druckluft-Softairwaffen werden in der Regel Plastikkugeln von Kaliber 6 mm verschossen. Tierärzte im Zoo, verwenden häufig auf Druckluft basierende Betäubungsgewehre und Pistolen. Die Nutzung der Waffen zur Schädlingsbekämpfung, um zum Beispiel Ratten oder Stare zu erschießen, ist mittlerweile zum Glück verboten.

Welche Munition wird bei den Druckluftwaffen verwendet?

Airsoftwaffen verschießen Plastikkugeln. Liegt die Bewegungsenergie der Geschosse unter 0,5 Joule gelten sie als Spielzeuge. Bei Paintballwaffen handelt es sich ebenfalls um Luftdruckwaffen. Sie feuern Gelantinekugeln ab, die mit Lebensmittelfarbe gefüllt sind. Des Weiteren werden für Luftpistolen und Luftgewehre Rundkugeln und Diabolo Geschosse verwendet. Bei den Druckluftwaffen kommen 4,5 mm,- sowie 5,6- und 6,35 Kaliber in Betracht.

Welche gesetzlichen Bestimmungen gibt es im Umgang mit den Luftdruckwaffen?

Bei den Luftdruckwaffen wird zwischen den erlaubnisberechtigten- und erlaubnisfreien Fabrikaten unterschieden. Sie fallen bis zu einer bestimmten Geschossenergie nicht unter das Waffengesetz und sind folglich frei im Handel erhältlich. Druckluftwaffen deren Energiehöchstgrenze unter 0,5 Joule liegt, wie zum Beispiel bei Paintball- und Airsoftwaffen, müssen nicht behördlich zugelassen werden (sie gelten als Spielzeuge). Sobald die Modelle allerdings echten Waffen ähnlich sehen, gelten sie als Anscheinwaffen. Diese Fabrikate dürfen in der Öffentlichkeit nicht geführt werden, auch dann nicht wenn es sich etwa um Paintballwaffen handelt.

Damit Druckluft-, Druckgas- oder Federdruckwaffen an Volljährige uneingeschränkt verkauft werden dürfen, müssen sie mit einer F-Kennzeichnung versehen sein. Dann ist kein Waffenschein notwendig. Das F im Fünfeck einer Luftdruckwaffe zeigt an, dass die Geschossenergie die Höchstgrenze von 7,5 Joule nicht überschreitet. Dies gilt auch für Druckluft-Fabrikate, die vor dem 2. April 1991 in der DDR erzeugt wurden. Mit den Waffen darf der Besitzer allerdings nur auf einem zugelassenen Schießstand oder auf einem eingefriedetem Grundstück schießen. Natürlich darf kein Geschoss das Areal verlassen.

Der Transport von Luftdruckwaffen

Luftdruckwaffen müssen in der Öffentlichkeit in einem abgeschlossenen Behältnis geführt werden. Sie dürfen nicht zugriffsbereit sein. Werden diese Anforderungen des Gesetzgebers umgangen, macht sich der Besitzer der Waffen strafbar (ist im gültigen Waffengesetz nachzulesen).

Wann ist eine Waffenbesitzkarte erforderlich?

Sobald die Geschossenergie einer Luftdruckwaffe über 7,5 Joule liegt, ist in der Bundesrepublik sowohl für den Erwerb als auch für den Besitz eine Waffenbesitzkarte erforderlich. Auch eine Erwerbsgenehmigung muss vorhanden sein. Außerhalb von genehmigten Schießstätten darf mit diesen Waffen in der Regel nicht geschossen werden, es sei denn es liegt eine spezielle „Schießerlaubnis“ vor. Zum Erwerb der Munition von Luftdruckwaffen braucht es keine extra Genehmigung.
TIPP: Auch bei einer Geschossenergie unter 7,5 Joule kann es zu Verletzungen kommen. Daher ist beim Schießen auf privaten Grundstücken auf geeignete Kugelfänge zu achten, damit sich keine Querschläger verirren können. Diese Produkte sind im Handel in verschiedenen Bauweisen erhältlich.

Zubehör für Luftdruckwaffen

Für Luftdruckwaffen gibt es am Markt unterschiedliches Zubehör zu erwerben. Der Schütze kann zu verschiedenen Schießspielen wie beispielsweise – Spinner Targets für Luftgewehre greifen. Für diese Gewehre gibt es auch Zielfernrohre mit einer meist 4fachen Vergrößerung.

Fazit:

Luftdruckwaffen haben eine lange Geschichte. Es gibt sie bereits seit dem 17. Jahrhundert. Sie wurden von Freiheitskämpfern, Wilderern und Guerilla Kämpfern eingesetzt. Heutzutage sind diese Fabrikate häufig hochwertige Sportgeräte. Zudem finden sie in Schießbuden Verwendung. Bei Paintball- und Airsoftwaffen handelt es sich ebenso um Luftdruckwaffen.